Newsletter vom 9. November 2015


Liebe Leserinnen, liebe Leser

<<Warten auf Godot>>
Nach wie vor ist kein Entscheid vom Bundesverwaltungsgericht eingetroffen – das bange Warten geht weiter. Anders der Polizeirapport zum Ausschaffungsversuch vom 17. September 2015, welchen wir inzwischen genauer studieren konnten.
Lesen Sie nachfolgend alle Neuigkeiten rund um unser gemeinsames Engagement für die Familie M.

Die Antwort von Frau Sommaruga

Letzte Woche hat hierzuhause.ch Post aus Bundesbern erhalten. Frau Sommaruga bestätigt den Erhalt zahlreicher Briefe zur Unterstützung der Familie M und verweist auf die Instanzen und insbesondere das Bundesverwaltungsgericht. Aus Respekt gegenüber Gewaltentrennung will sie den Fall nicht weiter kommentieren. In diesem Sinne bittet Frau Sommaruga hierzuhause.ch die Unterstützerinnen und Unterstützer und insbesondere die Unterzeichner der Petition über das Schreiben in Kenntnis zu setzen, was wir hiermit gerne tun.
Der Brief von Frau Sommaruga:
http://bit.ly/1MS3FuT

Die Familie M

Der Schulbetrieb hat der Familie den Alltag wieder gebracht. Die Schule ist vor allem für die Kinder ein wichtiger Fixpunkt und unterstützt sie, mit der schwierigen Situation umzugehen. Auch wenn die Intensität der Behandlung des Vaters etwas zurückgenommen werden konnte: die Last, unter diesen Umständen ein einigermassen geregeltes und normales Familienleben zu führen, trägt vorwiegend die Mutter. Wir von hierzuhause.ch sind beeindruckt, wie sie bzw. die ganze Familie ihren Alltag meistert. Hierbei spielt die gute Einbettung in der Gemeinde und der Rückhalt aller Freunde und UnterstützerInnen eine wesentliche Rolle.

Polizeiliche Unterlagen zum Ausschaffungsversuch vom 17. September 2015

Nach eingehender Durchsicht der Unterlagen muss festgehalten werden, dass die Protokolle zum Ausschaffungsversuch einen äusserst dünnen Informationsgehalt aufweisen. Es fällt generell auf, dass das Protokoll zum Verlauf der Aktion gegenüber dem Vater und dasjenige gegenüber dem Rest der Familie sich schon fast wie ein Ei dem anderen gleichen. Im Weiteren sind grössere Differenzen zu den Schilderungen der Familie M augenfällig.
Neben den Polizeirapporten sind uns Kopien zu den administrativen Unterlagen rund um den Ausschaffungsversuch zugegangen. Sie erwecken den Eindruck, dass Anordnungen eigenmächtig angepasst, Formulare unsorgfältig ausgefüllt und Fristen nicht beachtet werden.
Entsprechend sind wir, wie bereits angekündigt, zur Zeit mit dem Anwalt daran, eine Aufsichtsbeschwerde zu erarbeiten, zumal der ganze Fall entweder unzulänglich behandelt und dokumentiert worden ist oder dem Anwalt der Familie M weitere Unterlagen zum Fall vorenthalten worden sind. Die Aufsichtsbeschwerde wird spätestens anfangs nächste Woche eingereicht.

Aufsichtsbeschwerde

Mit dem Einreichen einer Aufsichtsbeschwerde erlangen wir weitere Kenntnisse zum Hintergrund des rüden und skandalösen Ausschaffungsversuchs vom 17. September 2015. Ebenfalls erreichen wir, dass damit die Ausschaffungspraxis in diesem konkreten Fall unter die Lupe genommen wird: wie sich uns die Fakten zur Zeit darlegen, ist dieser Ausschaffungsversuch geprägt von Willkür,  fehlerhaften Informationen und fehlbarem Verhalten seitens der Behörden. Würden die involvierten Ämter und Beamten die immer wieder zitierte Gewaltentrennung und Regelungen respektieren, wäre der Familie M das traumatische Erlebnis eines Ausschaffungsversuchs erspart geblieben.

Das Einreichen und Führen einer Aufsichtsbeschwerde wird zusätzlich neben zeit- auch kostenintensiv. Wir sind dementsprechend sehr auf Ihre finanzielle Unterstützung angewiesen. Wir danken Ihnen bereits jetzt herzlich für Ihre Spenden (wenn gewünscht, bitte mit Vermerk: Aufsichtsbeschwerde). Bitte beachten Sie auch, dass wir ein neues Konto einrichten mussten (siehe unten).

Neues Spendenkonto

Die Bürokratie hat uns eingeholt. So wurden wir von der Post ultimativ aufgefordert, hierzuhause.ch als Verein zu formieren und ein separates Konto einzurichten, statt für die Spenden wie bisher ein bestehendes zu nutzen.

Bitte beachten Sie darum, dass wir für Spenden ein neues Konto haben:
PC 61-248075-2, Hier zuhause
IBAN CH59 0900 0000 6124 8075 2


Das bisherige Konto wird per 10.11.2015 aufgehoben.
Alle Spenden werden ausschliesslich für die Anwalts- und Gerichtskosten verwendet. Unsere Arbeit leisten wir weiterhin unentgeltlich.
 
Auch im Namen unserer Freunde danken wir Ihnen herzlich für Ihr Engagement und Ihre Unterstützung.
Linda, Marha, Anvar, Mansur und ihre Eltern sind und bleiben hier zuhause! 
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