Newsletter vom 6. März 2016


Liebe Leserinnen, liebe Leser

Rekurs abgelehnt!

Das Bundesverwaltungsgericht hat entschieden und den Rekurs der Familie M gegen den Entscheid des SEM abgelehnt. Wir sind zutiefst konsterniert und nehmen den Entscheid irritiert zur Kenntnis.

Wir sind entsprechend dran, zusammen mit der Familie und ihrem Anwalt die Situation und die Konsequenzen zu analysieren und zu beurteilen.


 

So hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden

Das Bundesverwaltungsgericht kommt in seinem Entscheid zum Schluss, dass die saloppen Einschätzungen des SEM als Basis für die Ablehnung des Wiedererwägungsgesuches vom letzten Sommer grundsätzlich zulässig und zutreffend sind, weshalb der Rekurs abgelehnt wird.

Somit sieht es das Bundesverwaltungsgericht nicht nur als erwiesen, dass eine posttraumatische Störung wegen Kriegserlebnissen ohne weiteres in Russland behandelt werden kann. Es bestätigt auch die Einschätzung des SEM’s, wonach der vorbildliche Integrationsgrad der Kinder als Fähigkeit zu betrachten ist, dass eine solche Integration auch in Russland gelingen werde. Mit Bezug auf Tschetschenien ist das Bundesverwaltungsgericht gar der Meinung, dass ein bestehendes, familiäres Netzwerk bestehe, dass das Gelingen einer solchen Integration als wahrscheinlich erscheine.
 

Die irritierenden Aspekte des Entscheids

Es ist hinlänglich bekannt, dass das Regime in Russland und insbesondere in der Teilrepublik Tschetschenien wenig demokratische Züge zeigt. Das Mittel der Angst bildet ein allgegenwärtiges Mittel, um die eigenen Interessen durchzusetzen.

Die Behandlung eines psychischen Traumas setzt voraus, dass Arzt und Patient ein offenes und vertrauliches Verhältnis pflegen. Wir glauben nicht, dass man bei der Frage, ob ein Patient, der vom aktuellen Regime verfolgt und bedroht worden ist, sich gegenüber dessen Institutionen – zu denen die medizinische Versorgung in Russland gehören – überhaupt öffnen und behandeln lassen kann.
Wir leben in der Schweiz in einer geordneten Gesellschaft, in welcher der Entwicklung von Kindern als Basis unserer Zukunft einen ganz besonderen Stellenwert einnimmt. Die Kinder der Familie M wurden in diesem System eingeschult. Sie haben unsere Prinzipien einverleibt. Es wird den Kindern weder in Russland noch in Tschetschenien möglich sein, die Werte zu leben, die heute im Mittelpunkt ihres Alltags stehen. Wir glauben deshalb nicht, dass das familiäre Umfeld genügend sein kann, um diese massive Veränderung aufzufangen und zu gewährleisten, dass die Kinder mit dieser Veränderung umgehen können.
 

Hinter den Kulissen

Wir haben Kenntnis von verschiedenen Politikern, die privat direkt an den Bundesrat, an die Entscheidungsträger im SEM und auch an die Richter des Bundesverwaltungsgerichtes gelangt sind und auf die unsichere und delikate Situation in Russland hingewiesen haben.
Es ist für hierzuhause.ch unverständlich, dass die Behörden die untrüglichen Anzeichen, dass die Rückführung nach Russland für die Familie M von fataler Tragweite sein könnte, kategorisch übergehen und die Familie diesen Risiken aussetzen will.
Entsprechend werden wir alles daran setzen, die Auswirkungen einer Rückkehr der Familie nach Russland zu dokumentieren. Selbstverständlich werden wir die Erkenntnisse publizieren.
 

Die Aufsichtsbeschwerde

Kaum verwundert stellen wir fest, dass seit der Einreichung der Aufsichtsbeschwerde gegen das Vorgehen der Polizei beim Ausschaffungsversuch vom 17. September 2015 keinerlei Reaktionen erfolgt sind.
Untrügliche Anzeichen, dass das Unter-den-Teppich-kehren von Verfehlungen und Selbstherrlichkeiten nicht nur in Russland praktiziert wird, sondern möglicherweise auch Teil der Behördenkultur in der Schweiz ist!

Wie eingangs erwähnt, sind wir zur Zeit dran, zusammen mit der Familie und dem Anwalt die Situation und die Konsequenzen zu analysieren und zu beurteilen. Wir werden uns schnellstmöglich mit weiteren Informationen melden.
Nach wie vor vertreten wir laut und deutlich:

Familie M ist hier zu hause!

Danke für die Spenden

Ein grosses Dankeschön an die SpenderInnen, die unser Engagement finanziell unterstützen. Wir sind auch weiterhin auf Ihre Spende angewiesen.

Familie M ist hier zuhause!

PC 61-248075-2, Hier zuhause
IBAN CH59 0900 0000 6124 8075 2

 
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