Newsletter vom 15. Juli 2016


Liebe Unterstützerin, lieber Unterstützer
Liebe Leserinnen, liebe Leser

Die grossen Sommerferien stehen vor der Tür – Anlass genug für News von der Familie, einen Update und eine Reflektion.

News aus Tschetschenien
Die Familie M ist vor einem Monat in Tschetschenien angekommen und konnte nach langer Zeit wieder Familienmitglieder treffen. Allerdings sind nicht mehr viele Verwandte vor Ort. Dasselbe gilt generell für die Dorfbewohner, aus dem Timur und Khedi herkommen. Das latente Klima von Gewalt schwebt über dem Dorfleben und veranlasst die Bewohner zur Flucht - Kein Wunder stammen 93% aller Asylgesuche von Russen in Deutschland aus der Teilrepublik Tschetschenien.
Das Heimweh ist bei allen sehr stark, besonders bei den Kindern ist die Sehnsucht nach ihrem Zuhause Kilchberg, nach ihren Freunden, ihrer Schule, nach vertrauten Orten, riesig.
 
Die Angst ist auch im heissen Tschetschenien Sommer bei Temperaturen deutlich über 30° der Begleiter im Alltag der Familie M. Glaubt man den einschlägigen Berichten ist es so sicher wie das Amen in der Kirche, dass sich die Behörde früher oder später für die Familie interessiert. Menschen, die geflüchtet sind und zurückkehren, gelten per se als verdächtig – verdächtig ein Sympathisant der Opposition zu sein, verdächtig ein negatives Image von Tschetschenien und insbesondere von Kadyrow verbreitet zu haben.
 
Die Kinder stehen vor einem weiteren Problem: die Unterrichtssprache in der Schule ist Russisch. Eine Sprache, die nichts mit Tschetschenisch gemein hat und die die Kinder weder sprechen noch schreiben können. Ihre mündlichen Grundkenntnisse des Tschetschenischen wird ihnen nicht viel helfen. Wohl haben die Eltern versucht, eine Lehrerin zu finden, die den Kindern vor dem Schulbeginn am 1. September Russisch beibringen könnte, aber dies erweist sich als schwierig, zumal jetzt Ferienzeit ist. Die Kinder werden also ohne Sprachkenntnisse in den Unterricht einsteigen müssen und demnach stark benachteiligt sein. Leider sind die Schulen in Tschetschenien nicht auf ausländische Kinder ausgerichtet und verfügen - im Gegensatz zur Schweiz - über keine Strukturen, die Kinder sprachlich zu unterstützen oder zu fördern. Damit werden sie in ihrer Schulbildung um Jahre zurückfallen. Die Zukunftschancen, die sie mit ihrer fast 5-jährigen Schulzeit in der Schweiz hatten, werden nun zunichte gemacht.
 


 

Härtefallgesuch

Die Vorbereitung des Härtefallgesuchs geht Schritt für Schritt voran. Die Einreichung ist noch im Juli geplant. Besten Dank an dieser Stelle an alle Briefeschreiber, die bisher spontan ihren Unmut über die unverantwortliche Rückschaffung der Familie zum Ausdruck gebracht haben. Jede Wortmeldung unterstützt unser gemeinsames Engagement für die Familie M.

Familie M ist hier zuhause – holen wir sie gemeinsam zurück!
 

Aufsichtsbeschwerde

Auf den letzten Zacken hat uns die Antwort der Sicherheitsdirektion zur Aufsichtsbeschwerde erreicht. In Anbetracht dessen, dass es die zuständige Behörde rund 6 Monate gekostet hat, fallen die Antworten auf die Fragen der Aufsichtsbeschwerde dürftig aus. Einzelne Fragen wurden gar unbeantwortet gelassen. Als hierzuhause.ch haben wir keinen Ermessensspielraum, diese oberflächliche Behandlung der Beschwerde zu akzeptieren. Wir werden nicht locker lassen, die fragwürdigen Handlungen zu thematisieren.
 

Ein Jahr hierzuhause.ch

Vor rund einem Jahr hat hierzuhause.ch das Engagement zu Gunsten der Familie M aufgenommen. Mit dem Foto von rund 30 Unterstützerinnen und Unterstützern auf dem Pausenplatz des Schulhauses Dorf hat alles begonnen. Auf einem zweiten Foto im Herbst waren es schon gut 300 Unterstützerinnen und Unterstützer und inzwischen haben über 2800 Personen ihren Namen auf hierzuhause.ch eingetragen und bekunden damit ihre Unterstützung zu Gunsten der Familie M. Unzählige Medien haben die Geschichte aufgenommen und über die fragwürdigen und unwürdigen Vorgänge berichtet. Timur, Khedi, Anvar, Marha, Linda und Mansur sind ob der Solidarität überwältigt und möchten Ihnen als Unterstützerin oder Unterstützer ganz herzlich danken. Auch wir von hierzuhause.ch danken Ihnen ganz herzlich.
Es ist uns gemeinsam dennoch nicht gelungen, die Ausschaffung zu verhindern. Das ändert nichts an der Tatsache, dass Familie M hier zuhause ist – gemeinsam holen wir sie darum zurück.
 

Kleine Vorschau - Solidaritätsevent

Per Ende der Sommerferien laden wir sie, liebe Unterstützerinnen und Unterstützer zu einem Solidaritätsevent in Kilchberg ein. Treffpunkt wird wieder der Pausenplatz sein – dieses Mal allerdings beim Gemeindeschulhaus. Für die Durchführung ist eine Schönwetter-Phase nötig – die Vorbereitungen laufen. Wir werden Sie in unserem nächsten Newsletter gegen Mitte August detailliert informieren und einladen.
 

Spenden

Mit Ihrer Spende auf unser Spendenkonto PC 61-248075-2 werden die Verfahrens– und Anwaltskosten für das Härtefallgesuch finanziert.
Wenn Sie die Familie direkt unterstützen möchten, bitten wir Sie um den Vermerk „Lebensunterhalt“ auf der Überweisung. Diese Spende werden wir direkt der Familie zukommen lassen.
Ein grosses Dankeschön an alle Spenderinnen und Spender für die Unterstützung.

PC 61-248075-2, Hier zuhause
IBAN CH59 0900 0000 6124 8075 2

 

Schöne Ferien

Wir wünschen Ihnen eine erholsame Sommerzeit und werden rechtzeitig zum Ende der Sommerferien wieder informieren.
 

Facebook

Bleiben Sie auch auf Facebook mit der Familie M und hierzuhause.ch im Kontakt und „Liken“ sie unsere Page http://bit.ly/294G3WF
 
Copyright © hierzuhause
http://www.hierzuhause.ch/de/Impressum

Ich möchte mich vom