Newsletter vom 11. 11. 2016

Neue Eskalationsstufen in Tschetschenien +++ Stand des Gesuchs

Liebe Leserin, lieber Leser

Das Gesuch um Aufenthalt für die Kinder der Familie M und Familiennachzug ist nach wie vor hängig. Gleichzeitig muss auf Grund neuester Informationen aus Tschetschenien von einer neuen Eskalationsstufe ausgegangen werden.
Lesen Sie nachfolgend News zur Situation in Tschetschenien und zum Stand des Verfahrens.


 

Neue Eskalationsstufen – sind die Tschetschenischen Behörden aktiv geworden?

Der Vater möchte für seine Familie sorgen und sie in Sicherheit wissen. Das zu erfüllen, bedingt ein Leben ohne Angst und eine Arbeit als Basis.
Auf Grund der Beschäftigungslage und politischer Umstände, findet er keinen Job und ist existenziell von der Schweizer Rückkehrhilfe abhängig. Zudem machen neueste Informationen aus Tschetschenien deutlich, dass die Familie M wohl noch von viel grösseren Problemen ausgehen muss.
 
So schildert uns der Vater einen enormen Druck hinsichtlich der finanziellen Situation. Verzögert sich die Überweisung der Rückkehrhilfe aus etwelchen Gründen einmal - wie kürzlich der Fall - führt dies sofort zu Zahlungsschwierigkeiten in Tschetschenien und könnte mit Bezug auf den nächsten Abschnitt äusserst kritische Konsequenzen haben.
 
Kenner seitens der Schweizer Behörden befürchten auf Grund dieser Indikationen, dass der Vater zu Schmiergeldzahlungen gezwungen sein könnte und thematisieren diese Befürchtungen auch gegenüber hierzuhause. Insgesamt passt diese Einschätzung ins Bild der Medienberichte, der Berichte der Schweizerischen Flüchtlingshilfe und von Solidaritätsnetz Bern zur Situation in Tschetschenien, insbesondere auch für Rückkehrer. Einmal mehr wird deutlich, dass die Ausschaffung ein Spiel mit dem Feuer darstellt.
Die Schilderungen des Vaters, dass er jeden Gang nach draussen als potentielle Gefahr für seine Familie und für sich selbst empfindet, erscheint unter diesen Umständen unter einem ganz anderen Licht.
 
Wir befürchten, dass dem Vater seitens der tschetschenischen Behörden weitere repressive und lebensbedrohliche Situationen drohen und er folglich dann nicht mehr in der Lage wäre, seine Familie zu schützen und ihnen eine Zukunft zu geben.

Neue Eskalationsstufen – Schulrauswurf droht

Die Schulbehörden in Tschetschenien sind nach wie vor nicht bereit, den ältesten Sohn Anvar einzuschulen. Um für die Zukunft eine gleichwertige Chance zu haben, müsste Anvar noch 2 Jahre zur Schule gehen. Aktuell hat er jedoch keine andere Wahl, als rumzuhocken und auf eine positive Wendung zu hoffen.
Den beiden Mädchen ergeht es nicht wirklich besser. In den Klassen sitzen 36 Mitschüler und die Lehrerschaft spricht die Schüler nur mit Nachname an. Weil sie die Russische Sprache nicht verstehen, werden Sie von den Lehrerinnen als unfähig blossgestellt und es wird ihnen mit Rauswurf gedroht. Entsprechend haben sie keine Freunde, müssen mit Kopftuch zur Schule und mit der Drohung leben, wegen mangelndem Russisch von der Schule zu fliegen.
Leider ist weit und breit keine Möglichkeit in Sicht, die Situation der Kinder durch Sprachunterricht oder dergleichen zu verbessern. Entsprechend könnten die Kinder demnächst ohne jegliche Bildungsmöglichkeit dastehen.

Fazit von hierzuhause.ch – Stand des Gesuchs

Wir stehen den neuesten Entwicklungen hilflos gegenüber und haben keinerlei Mittel, aktiv für eine bessere Situation in Tschetschenien zu sorgen. Es gibt folglich derzeit wenig Anlass zur Hoffnung, dass die Geschichte der Familie M ohne Rückkehr in die Schweiz ein positives Ende nehmen kann.
Die ganze Arroganz, mit der die Schweizer Behörden Facts ignoriert und die Ausschaffung der Familie M offensichtlich wider besseren Wissens mit Brimborium und enormen Kosten durchgedrückt und das Kirchenasyl gebrochen hat, lässt insbesondere die Kinder und die Schweiz selbst als Verlierer zurück. Denn trotz 4.5 Jahren bester Integration, maximal positiven Stimmen von allen Seiten aus der Gemeinde und den lokalen Behörden, hat sich die Schweiz genötigt gesehen, den Kindern sämtliche Aussichten auf ihre Zukunft zu nehmen und dazu internationale Kinderrechte zu brechen.
Wir werden darum alles daran setzen, diesen entsetzlichen Fehler zu korrigieren und prüfen in diesem Sinne auch die Öffentlichkeit wieder zu aktivieren. Der Ball zum Gesuch liegt derweil wieder beim Migrationsamt des Kantons Zürich und wir können nur hoffen, dass die Verantwortlichen einsehen, dass die Schweiz ohne gutheissen des Gesuchs zum Handlanger eines Tschetschenischen Despoten wird!

Spenden

Die Situation ist äusserst kritisch geworden und die Familie M braucht Ihre Unterstützung mehr denn je – Ein grosses Dankeschön an alle Spenderinnen und Spender!

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