Newsletter vom 30. 1. 2017

Abgekanzelt +++ Abgestraft +++ Abgeblasen +++ Rekurs?

Liebe Leserin, lieber Leser

Viele haben sicher bereits erfahren, dass das Migrationsamt des Kanton Zürich diese Woche das Gesuch von Anvar, Markha und Linda für eine Aufenthaltsbewilligung abgelehnt hat. Wenn auch nicht ganz unerwartet, stellt sich jetzt natürlich die Frage „Was nun?“.

Abgekanzelt

Das Migrationsamt des Kanton Zürich hat sich durch den Tagesanzeiger-Artikel zum Leben von Markha und Linda in Tschetschenien offensichtlich genötigt gesehen, Ihren Entscheid gleichentags per Kurier an die Anwaltskanzlei zu liefern und eine knappe Stunde später die breite Öffentlichkeit per Medienmitteilung zum negativen Entscheid zu informieren. Der Anwalt, der zu diesem Zeitpunkt nicht in seiner Kanzlei zugegen war, hierzhause und nicht zuletzt die Familie wurde darum durch die Presse über den negativen Entscheid zum Gesuch informiert. Einmal mehr agieren die Behörden wohl aus purer Nervosität und Angst vor einer Handvoll engagierter und beharrlicher Bürger mit eiserner Faust und kanzeln das Gesuch in seiner Gesamtheit ab. Die Kausalität zwischen dem Zeitungsartikel und dem Handeln der Migrationsbehörde ist verstörend und die Tatsache, dass mit Kanonen auf Spatzen geschossen wird, werfen in einem Land wie der Schweiz natürlich Fragen auf.

Tagesanzeiger vom 24.1.2017
Tagesanzeiger vom 25.1.2017

Abgestraft

Einmal mehr treffen die Behörden Ihre Einschätzungen oberflächlich und mit  einer arroganten Distanz – die Leittragenden sind letztlich die Kinder. „Die Gesuchsteller weilten während weniger als fünf Jahren in der Schweiz. Ihr Aufenthalt war nie ausländerrechtlich geregelt, sondern beruhte auf den durch ihre Eltern angestrengten Asylverfahren. Praxisgemäss kommt diesem Aufenthalt in Bezug auf die Frage der Verankerung in der Schweiz keine massgebliche Bedeutung zu“ steht da zu lesen. Ganz offensichtlich sind die Behörden der Auffassung, dass die Kinder nicht nur ein Bewusstsein zu ihrem Status in der Schweiz hätten haben müssen, sondern eben auch, dass sie ihr Handeln und Ihre Integrationsbemühungen hätten danach richtigen sollen. Wir verstehen diesen Passus im Entscheid als Aufforderung an Kinder von Asylsuchende, sich ja nicht zu integrieren und können darüber nur den Kopf schütteln.

Abgeblasen

Was sich zunächst als positive Nachricht abgezeichnet hat, ist leider zur Ente geworden. Wir hatten am Mittwoch neben dem negativen Entscheid des Migrationsamtes aus Tschetschenien vernommen, dass Anvar, nun endlich eingeschult werden könne. Weitere Gespräche mit der Schule haben mittlerweile aber leider gezeigt, dass die Schule offensichtlich doch nicht gewillt ist, Anvar aufzunehmen und alle Anstrengungen des Vaters weiterhin ablehnen. Auch wenn das Migrationsamt Zürich der Meinung ist, dass sich die Kinder in Tschetschenien ohne weiteres integrieren könnten – Anvar kann nicht eingeschult werden, womit seine Integration in Tschetschenien als definitiv gescheitert betrachtet werden muss.

Rekurs?

JA - die Behörden bleiben hart und zeigen keine Bereitschaft, sich ernsthaft und realistisch mit der Situation der Kinder der Familie M auseinanderzusetzen. Das macht die Chancen auf ein positives Ende natürlich nicht grösser. Der Entscheid macht die Situation der Kinder aber auch nicht besser und macht die Chance, dass die monatelangen Probleme verfliegen auch nicht grösser. Aus diesem Grund ist sehr wohl genau abzuwägen, ob ein Rekurs gegen das Urteil einzureichen ist. Entsprechend prüft die Familie mit ihrem Anwalt das weitere Vorgehen und möchte zusammen mit hiezuhause das Engagement für die Kindern nicht aufgeben.

Spenden

Die Situation ist äusserst kritisch geworden und die Familie M braucht ihre Unterstützung mehr denn je – Danke für jede Spende!

Ein grosses Dankeschön an alle Spenderinnen und Spender für die Unterstützung.

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