Newsletter vom 03.04.2017

Update aus Tschetschenien +++ Rückkehrhilfe läuft ab +++ Warten auf Antwort zum Rekurs +++ Benefiz-Familiengottesdienst für die Familie M

Liebe Leserin, lieber Leser

Die Familie M hat den Rekurs beim Regierungsrat des Kantons Zürich deponiert und muss sich nun auf ein langes Verfahren einrichten. Das Leben in Tschetschenien ist nicht minder schwierig und stellt massgebliche Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt.

Update aus Tschetschenien

Der Frühling ist da, doch die Sorgen und das Heimweh nach der Schweiz verfliegen nicht. Die Teilnahme am Schulbetrieb ist für Linda, Marha und Anvar noch immer ein täglicher Kraftakt. Die Girls machen in Russisch zwar Fortschritte, sind aber nach wie vor weit vom nötigen Niveau entfernt. Anvar konnte bekanntlich erst kürzlich eingeschult werden und steht somit noch am Anfang – leider nach wie vor ohne Unterstützung durch die Schule. Für die Kinder bedeutet diese Situation eine ungewisse Zukunft in einem Teilstaat Russlands, der nur eine regimetreue Elite kennt und fördert und Frauenrechte mit Füssen tritt. Besonders Zwangsvermählungen mit (älteren) Kadyrow-Gefolgsleuten - gegen die sich selbst die Eltern der meist sehr jungen Auserwählten nicht wehren können - sind an der Tagesordnung. Was für ein Kontrast zur Schweiz, wo Gleichberechtigung
zwar noch nicht ganz am Ziel ist, aber längst Teil der Gesellschaft.

Rückkehrhilfe läuft aus

Was für die Kinder gilt, gilt auch für Ihre Eltern. Die Angst vor Verfolgung paart sich mit der Sorge um die Zukunft ihrer Kinder. Trotz Bemühungen auf allen möglichen Ebenen, konnte der Vater keine Arbeit finden. Die Arbeit gebende Elite bevorzugt bekennende, regimetreue Kräfte. In Anbetracht der auslaufenden Rückkehrhilfe und der erwarteten Länge des Verfahrens in der Schweiz, bleibt als letzte Option der Versuch der Selbständigkeit. Der Vater hat darum vor einigen Wochen begonnen, auf selbständiger Basis bei Baustellen anzuheuern. Diesbezügliche Optionen sind derzeit noch rar, könnten aber durch den aufkommenden Frühling einen Aufschwung erfahren. Selbst auf dieser Basis wird es für ihn aber schwierig bleiben, für seine Familie zu sorgen. hierzuhause.ch kompensiert den Wegfall der Rückkehrhilfe soweit als möglich mit Spenden.

Warten auf die Antwort zum Rekurs

Der Anwalt der Familie hat die Bestätigung erhalten, dass der Rekurs eingegangen ist und nun durch den Regierungsrat behandelt wird. Eine Behandlung durch die Ämter der Sicherheitsdirektion sei nicht mehr zulässig, zumal dieses Departement bereits im Rahmen des Gesuchs der Kinder um Aufenthaltsbewilligung eine beratende Funktion gehabt habe. Der Sololauf der unglaublich kompetenten Hardliner im Migrationsamt um den Regierungsrat Mario Fehr scheint demnach beendet. Diese haben dort angeknüpft wo sie aufgehört hatten und die Kinder am Kinderrecht vorbei nach wie vor als Gepäckstücke der Eltern behandelt. Hoffen wir also, dass seitens des Regierungsrates nun endlich der Ermessensspielraum wahrgenommen wird, um den einzig richtigen Entscheid zu fällen und den Kindern eine Aufenthaltsbewilligung mit Familiennachzug zu erlauben.

Benefiz-Familiengottesdienst für die Familie M

Die reformierte Kirche Kilchberg organisiert am 21. Mai 2017, 10 Uhr, einen Benefiz-Familiengottesdienst mit Mitschülerinnen und Mitschüler von Marha und Linda. Die Kinder werden im Mittelpunkt stehen und sich auf zahlreiches Erscheinen freuen. Die Kollekte vom 21. Mai wird vollkommen der Familie M zugutekommen. Kommen Sie doch auch und zeigen Sie Ihre Unterstützung für die Familie M – Herzlichen Dank!

Spenden

Ein grosses Dankeschön an alle Spenderinnen und Spender für die Unterstützung. Ihre Unterstützung ist grossartig und auch weiterhin nötig!

PC 61-248075-2, Hier zuhause
IBAN CH59 0900 0000 6124 8075 2

Facebook

Bleiben Sie auch kurzfristig mit der Familie M und hierzuhause.ch im Kontakt und „Liken“ sie unsere Page auf Facebook.

Copyright © hierzuhause
http://www.hierzuhause.ch/de/Impressum

Ich möchte mich vom